So scheitert Ihr Digitalisierungsprojekt garantiert!

Ok, alle reden von Digitalisierung. Also machen wir auch mal ein cooles Digitalisierungsprojekt bei uns im Unternehmen. Los geht’s!

Hier die Top 5, damit Ihr Digitalisierungsprojekt auf jeden Fall scheitert.


1. Groß planen

“Wir machen erst mal einen Masterplan bis 2021”

Ein Plan ist immer gut. Klar sollte man auch langfristig denken. Im Zeitalter der Digitalisierung ändert sich leider nur alles ziemlich schnell. Und so kann es sein, dass Technologien, Wettbewerber und andere Rahmenbedingungen sich schon längst geändert haben, bevor der Masterplan erstellt und umgesetzt wurde. Und dann ist viel Zeit und Geld verbrannt worden, ohne dass irgendein Ziel erreicht wurde.


2. Den Kunden außen vor lassen

“Wir wissen schon, was unsere Kunden wollen”

Jede digitale Lösung muss am Ende irgendeinen messbaren Mehrwert für den Kunden haben. Wenn man das nicht im Blick hat, sondern sich nur mit sich selbst beschäftigt oder ungeprüfte Annahmen über Kundenwünsche macht, diese aber nicht zutreffen, wird man zwangsläufig scheitern.

Digitale Ideen müssen daher immer am Kunden getestet werden: beobachten, befragen, analysieren, verbessern.


3. Technik-Aktionismus

“Da gibt es doch diese neue Tool – das probieren wir jetzt auch mal.”

Gemäß einer YouGov-Studie aus dem Jahr 2016 verbinden von 500 befragten Unternehmern ein Drittel die Digitalisierung mit “sehr negativen Gefühlen wie Angst und Einsamkeit”.

Viele Unternehmer wissen, dass Sie etwas tun müssen – nur was? Fasst täglich bekommen sie es zu hören oder lesen: “Unternehmen, die nicht digitalisieren sind morgen nicht mehr am Markt.”. Das führt häufig zu dem Gefühl “etwas zu verpassen, zu spät dran zu sein”. Und das wiederum führt dazu, in einen hektischen Aktionismus zu verfallen und ständig etwas neues auszuprobieren.

Mehrwerte für Kunden oder Mitarbeiter? Fehlanzeige!


4. Mitarbeiter nicht mitnehmen

„Unsere Mitarbeiter werden schon verstehen, wie toll unsere neue digitale Lösung ist“

Digitale Projekte bringen oft große Veränderungen innerhalb des Unternehmens mit sich. Zum Beispiel, wenn jahrelang unveränderte Abläufe im Unternehmen jetzt durch eine neue Softwarelösung ersetzt und mehr automatisiert werden sollen. Viele Mitarbeiter reagieren sehr sensibel auf diese Veränderungen, deren Folgen sie nicht abschätzen können oder bei denen sie nicht beteiligt sind.

Ohne Transparenz, klare Ansagen, Beteiligung und Anleitung zerbrechen schlimmstenfalls ältere Mitarbeiter an den neuen Anforderungen – und die Firma verliert unnötigerweise wichtiges Expertenwissen.

Wenn Digitalisierungsprojekte intern auf möglich großen Widerstand treffen sollen und man möglichst viel Unsicherheit erzeugen möchte, plant man die Projekte am besten komplett ohne Beteiligung der Mitarbeiter. Wer braucht schon ein gutes Betriebsklima?


5. Wegdelegieren

“Digitalisierung – wer kann das mal machen?”

Für viele Chefs ist Digitalisierung ein Projekt, das man am besten in eine Abteilung wegdelegiert. Leider funktioniert das nicht.

“Digital, das sind Computer. Lasst das die IT machen”. Wollen Sie wirklich die IT-Abteilung entscheiden lassen, was Ihre Kunden in Zukunft mit dem Unternehmen erleben? Außerdem ist die eigentliche Aufgabe der IT, die Systeme am Laufen zu halten und keine neuen digitalen Produkte zu entwickeln.

Digitalisierung kann alle Bereiche des Unternehmens betreffen und das Geschäftsmodell grundlegend ändern. Der Chief Digitalisation Officer kann also nur einer sein: der Chef selbst.


So, jetzt kennen Sie die Top 5 Todsünden der Digitalisierung. Berichten Sie mir doch, mit welcher dieser Todsünden Sie schon einmal Erfahrungen gemacht haben. Oder kennen Sie noch weitere?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

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